Bei meiner 15-jährigen Katze wurde SDÜ diagnostiziert. Wie wahrscheinlich viele habe ich mich erstmal auf die Suche nach Informationen gemacht, um mehr über diese Erkrankung herauszufinden. Dabei bin ich auch schnell auf den Seiten dieses Forums gelandet und habe stundenlang Erfahrungsberichte gelesen, auch zu der Frage der Anfangsdosis Thiamazol.
Vom Hersteller und auch von unserer Praxis empfohlen sind 2,5 mg alle 12 Stunden. Es schien mir, als gebe es im Forum zwei "Fraktionen": Die einen, die sagen, dass diese Anfangsdosis deutlich zu hoch sei. Die anderen, die sagen, dass die Empfehlung schon so in Ordnung und Standard sei. Ich war etwas verunsichert, auch durch Einzelberichte von Katzen, die starke Nebenwirkungen gezeigt hatten und mutmaßlich durch die zu hohe Anfangsdosis (also durch die 2,5 mg) von der Überfunktion in die Unterfunktion gerutscht waren.
Ich möchte meine eigene Erfahrung teilen, da ich durch dieses Forum viel lernen konnte und selbst etwas beitragen möchte. Ich habe mich entschieden, meiner Katze (Gewicht ca. 4,5 kg) 1,5 mg alle 12 Stunden als Anfangsdosis zu geben. Mir schien das wie ein gutes Mittelmaß. Als wir begonnen haben, lag T4 bei 80,2. Bei der Kontrolle nach 4 Wochen bei 34,7 und damit wieder im Referenzbereich. Die Tierärztin meinte (noch bevor ich gesagt habe, dass ich eine reduzierte Dosis gebe), dass die Dosis ausreichend zu sein scheint und ich genau so weitermachen solle.
Ich bin demnach sehr dankbar, dass ich dank des Einflusses dieses Forums niedriger gestartet bin. Ich kann natürlich nicht abschätzen, ob es kein Problem gewesen wäre, noch höher oder noch niedriger zu starten. Aber ihre Werte sind wieder in Ordnung und ich habe bis heute keine Nebenwirkungen bei ihr bemerkt, sodass ich mit der Entscheidung sehr zufrieden bin. Ich weiß nicht, ob es grundsätzlich Werte gibt, die so hoch sind, dass 2,5 mg zum Start einfach notwendig sind. Mich hat jedenfalls das Argument aus diesem Forum überzeugt, dass es sicherer ist, niedrig zu beginnen und sich dann langsam an die richtige Dosis heranzutasten, als zu riskieren, dass die Medikamente (starke) Nebenwirkungen und ggf. eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen. Auch das Argument, dass eine SDÜ häufig andere gesundheitliche Probleme überdeckt (bei meiner Katze glücklicherweise nicht der Fall), wo entsprechend gegensteuert werden müsste, war für mich überzeugend.
Das Thiamazol haben wir übrigens flüssig bekommen (Thyronorm), da es allgemein schwer ist, meiner Katze Medikamente zu verabreichen und unsere Praxis mit der Lösung gute Erfahrungen gemacht hat - sie scheint den Katzen in der Regel zu schmecken. Der Hersteller gibt ja an, dass die Flüssigkeit aufgrund fehlender Erfahrungswerte ohne zusätzliche Nahrung verabreicht werden sollte. Als ich meiner Katze das Thyronorm auf ein Tellerchen gegeben habe, hat sie daran gerochen und ist empört weggelaufen. Dann hat sie konsequent einen Bogen um den Teller gemacht. Ich habe versucht, ihr das Medikament mit ein wenig Kokosöl zu vermischen, das sie eigentlich sehr gern mag. Das fand sie auch überhaupt nicht gut und hat danach ein paar Tage lang sogar Kokosöl ohne Medikament boykottiert. Meine Katze ist schrecklich sensibel, ihr die Flüssigkeit direkt ins Mäulchen zu geben wäre der Horror für sie und würde unserer Beziehung wirklich schaden. Und täglicher Stress ist ja auch nicht gerade gesundheitsfördernd. Ich habe mich darum wieder an die Berichte hier im Forum gehalten, die Herstellerangabe ignoriert und das Medikament mit etwas Nassfutter vermischt. Meine Katze hat viele Allergien und Unverträglichkeiten (bekommt nur hypoallergenes Nassfutter), weshalb ich die Tipps zu Schlecksnacks etc. nicht übertragen konnte. Aber es hat gut funktioniert, da ich die Portion Nassfutter immer direkt in meiner Hand mit dem Medikament vermischt habe und ihr eben so lange hinterhergelaufen bin und sie motiviert habe, bis sie alles aufgegessen hat. Mittlerweile ist sie richtig auf den Geschmack gekommen und fordert alle 12 Stunden ihre Portion, die sie auch sofort komplett aufisst. Wie die Werte zeigen, hat es der Wirkung nicht geschadet, das Medikament mit Nassfutter zu vermischen.
Ich sage natürlich nicht, dass 1,5 mg für alle Katzen die richtige Anfangsdosis ist. Und wenn Katzen das Medikament auch ohne Probleme "pur" essen bzw. sich entspannt ins Mäulchen geben lassen, umso besser. Ich wollte, wie gesagt, nur meine Erfahrungen teilen, damit Menschen in ähnlichen Situationen möglichst viele Informationen und Erfahrungen sammeln können, um dann selbst zu entscheiden, was für ihre Katze das Beste ist.
Allen Katzen wünsche ich gute Besserung! <3



